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Die Heiligen drei Könige und der Dreikönigskuchen

 

Heute möchte ich euch wieder mal etwas über Brauchtum, Glauben und Traditionen erzählen, genauer gesagt über die Heiligen drei Könige. Weshalb feiert man die Heiligen drei Könige, was steckt dahinter und was hat es mit einer Bohne auf sich.

 

Jedes Jahr, so kurz nach Silvester und Neujahr, läutet es vieler Orts bis zum 6. Jänner an der Türe und es sind drei, meist bunt gekleidete Personen zu sehen. Der Grund: In Österreich, Deutschland, der Schweiz und vielen weiteren europäischen Ländern werden am 6. Jänner die "Heiligen Drei Könige" gefeiert. Ja, die bunt gekleideten Männer (und Frauen) stellen die Heiligen drei Könige dar. Meist sind es jedoch Kinder aus dem Ort.

 

Das Dreikönigsfest gilt als das älteste Fest der Kirche mit regional unterschiedlichen Schwerpunkten. Der "Heilige Drei Könige"-Tag geht auf die drei Weisen des Morgenlandes, Caspar, Melchior und Balthasar zurück, die dem hell erleuchteten Stern folgten, der sie zu Jesus in den Stall führte. Ihm brachten sie zu seiner Geburt Gold, Weihrauch und Myrrhe dar, um ihn im Leben zu empfangen und ihn zu segnen.

 

Wie am Heiligen Abend oder zu Silvester werden auch am Dreikönigstag seit hunderten von Jahren die Wohn- und Arbeitsräume mit Weihrauch gesegnet.

 

20 C+M+B 20 und Pechtra Baba

 

Am 6. Jänner ziehen also die Sternsinger (so werden die drei Könige auch genannt) in Königsgewändern und mit einem Stern von Haus zu Haus, singen ein Lied oder sagen einen Spruch auf und bitten um eine milde Gabe. Das gesammelte Geld wird heutzutage meistens für Kinderprojekte in ärmeren Ländern Afrikas, Lateinamerikas oder Asiens gespendet, so z. B. von der Dreikönigsaktion. Bei uns in Österreich steht die Sammelaktion der Heiligen Drei Könige am 6. Jänner jedes Jahr unter einem anderen Motto.

 

Traditionell wird der Haussegen "C+M+B" (abgeleitet von "Christus Mansionem Benedictat", dt. "Christus segne dieses Haus") mit Kreide auf die Tür geschrieben und von der aktuellen Jahreszahl umrahmt. Oftmals wird die Segnung auch als Anfangsbuchstaben der Namen Caspar, Melchior und Balthasar gedeutet.

 

In einigen Regionen Unterkärntens zieht am Vorabend der Heiligen Drei Könige die "Pechtra Baba" herum, was übersetzt so viel heißt wie "perchtige Frau". Dieser Brauch geht auf eine Sage zurück, in der von einem Schreckgespenst namens "Perchtra" erzählt wird. Die Pechtra Baba trägt ein langes, schwarzes Kleid und verhüllt ihr Gesicht mit einem schwarzen Stoff. Oft trägt sie auch einen schwarzen Hut.

 

So wandert die Pechtra Baba von Haus zu Haus und schüttet z.B. Süßigkeiten, Apfelspalten oder Nüsse auf den Boden. Dabei spricht sie kein Wort, sondern fuchtelt wild mit ihrer Heu- oder Ofengabel. Begleitet wird die böse schwarze Pechtra Baba häufig von zwei in weiß gekleideten Frauen, die für das Gute und Lustige stehen. Bei diesem alten Brauch geht es darum, das Böse für das kommende Jahr aus dem Haus zu verbannen. Dazu malt die weiße Pechtra Baba einen Kreis auf den Boden, in den dann die schwarze Pechtra Baba getrieben wird.

 

Der Dreikönigskuchen und die Bohne

 

In vielen Ländern wird am Feiertag der Heiligen Drei Könige ein Dreikönigskuchen gebacken. Der Dreikönigskuchen ist ein süßes Gebäck aus Hefe, das in sechseckiger Form um ein zentrales Gebäckstück geformt wird, wobei das Mittelstück am größten ist. Die Rezepturen sind regional verschieden, zumeist wird jedoch eine Bohne oder ein anderer kleiner Gegenstand im Kuchen versteckt.

 

Wer beim Essen darauf stößt, ist der Bohnenkönig und darf entscheiden, was den restlichen Tag geschieht. Der Brauch wurde erst 1952 wieder belebt, die ältesten Quellen reichen aber schon bis in die Antike zurück, wo die versteckte Bohne die wichtigste Rolle spielt. Bis heute wird dieser Brauch weitergelebt, wobei die Bohne häufig durch eine Münze oder eine Figur ersetzt wird.

 

Für den Dreikönigskuchen kannst du gut dieses Rezept verwenden. Zum Formen das Mittelstück und die Kranzteile straff rund formen. Eine Bohne in eines der Kranzteile stecken und dann alle Kranzteile um das Mittelstück platzieren. Den Kuchen auf ein leicht gefettetes oder mit Backtrennpapier belegtes Blech legen. Den Kuchen 1 bis 1.5 h stehen lassen, dann mit Ei bestreichen und gehobelte Mandeln darüber streuen. Im Ofen bei mittlerer Hitze hell backen.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Silvia (Montag, 06 Januar 2020 15:56)

    Das mit den Bohnen und dem Kuchen kannte ich nicht. Ist eine tolle Idee. Danke!

  • #2

    Daggi (Mittwoch, 08 Januar 2020 23:33)

    Als ich noch klein war, hat meine Oma an Neujahr immer ein Gebäck aus der Schweiz mitgebracht, in das ein 5 Franken Stück eingebacken war :)

    LG
    Daggi