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Mein Kurzurlaub auf der Kanareninsel Gran Canaria

Eigentlich wollte ich für eine Woche den Sommer auf Gran Canaria verlängern - doch das gelang nur bedingt. Doch beginnen wir von Anfang an:

Könnt ihr euch noch an meine spektakuläre Rückreise vor einigen Jahren von der Urlaubsinsel Gran Canaria erinnern? 

Hier findest du den Bericht.

Meine Hinreise vor etwas mehr als einer Woche begann fast wieder so spannend. Pünktlich um 7:00 Uhr hebte unsere Maschine der Eurowings vom Wiener Flughafen ab und flog uns in Richtung Las Palmas. Doch kurz vor Genua machte unsere Maschine eine Kehrtwende und flog den Flughafen München an.  

Ein technischer Defekt bzw. ein Computerfehler waren der Grund. Vor München drehten wir noch einige Runden, um so an Kerosin bzw. Gewicht für diese frühzeitige Notlandung zu verlieren.  

Na Servas, dachte ich mir, das Glück verfolgt mich schon zu Beginn der Reise. Nach gut 3 Stunden wurde in München eine Ersatzmaschine bereit gestellt und so konnten wir die erneute Hinreise, ohne weitere Zwischenfälle, antreten. Mit gut 6 Stunden Verspätung erreichten wir schlussendlich die Kanareninsel Gran Canaria. Im Hotel angekommen dann die weitere Enttäuschung: Vom verlängerten Sommer kann da wohl nicht die Rede sein.

Noch nie hatte ich so ein kühles und verregnetes Wetter bei meiner Ankunft wie an diesem Abend. 

Davon lasse ich mich nicht unterkriegen. Mit ein/zwei kühlen Tagen muss man immer rechnen. Doch wie aus den Gesprächen mit anderen Gästen zu hören, muss ich wohl mit dem Schlimmsten rechnen. Die Wetterprognosen sollen nicht so rosig aussehen, auch sprach man schon vom kühlsten und windigsten Herbst seit langer Zeit. Mir egal, mein Urlaub hat ja erst begonnen.

Gran Canaria – ein Kontinent in Miniatur

Irgendjemand hat treffenderweise den Slogan geprägt „Gran Canaria – ein Kontinent in Miniatur“. Und es trifft wirklich zu. Gran Canaria ist eine Insel mit den charakteristischen Eigenschaften irgendeines Kontinents, von den schneebedeckten hohen Berggipfeln bis hinunter zu den Stränden in heißer Sonne. Zwischen beiden Extremen­ liegt eine Welt von Verschiedenheit und Farbenreichtum. 

Der kanarische Archipel liegt zwischen dem 27. und 30. Grad nördlicher Breite und dem 13. und 18. Grad westlicher Länge im Atlantischen Ozean. Auf der gleichen Höhe liegen etwa Florida und Ägypten. Zum afrikanischen Festland sind es ca. 120 km.

Der gesamte Archipel bedeckt eine Fläche von ca. 7.500 km² und besteht aus sieben größeren und einigen kleineren – zumeist unbewohnten – Inseln.

Die drittgrößte Insel der Kanaren ist meine Urlaubsinsel Gran Canaria mit 1.532 km². 

Alle Inseln der Kanaren sind vulkanischen Ursprungs, jede hat jedoch ihren eigenen Charakter.

Gran Canaria weist 236 km Küstenlinie auf. Im Südosten, von der Landzunge von Gando bis Las Meloneras, überwiegen die flachen Küsten und die Sandstrände, angeführt von Playa del Ingles und der Dünenlandschaft von Maspalomas.

Im Südwesten und Westen, von Las Meloneras bis Puerto de las Nieves, überwiegen die Steilküsten, ausgenommen die Mündungen und Bachtäler, wo die Küste flach und steinig ist.

Im Norden und Nordosten, zwischen Las Nieves und Gando, wechseln sich die zwei Küstentypen ab. Die Landmasse Gran Canarias steigt von der Küste zum Zentrum hin an, bis zum Massiv des Berglandes, wo sich die höchsten Gipfel befinden: der „Pico de las Nieves“ oder „Schneegipfel“ (1.950 m) und der „Roque Nublo“ oder „wolkenumhangene Felsen“ (1.813 m), der für die Kanarier einen sehr hohen symbolischen und sentimentalen Wert hat. 

Urlaub im sonnigen Süden der Insel

Ich verbrachte meine Woche im südlichen Teil der Insel, in Playa del Ingles. So kann ich wohl mit vielen sonnigen und heißen Tagen rechnen. Doch dem war tatsächlich nicht so. Der Wind peitschte den Sand um und in meine Ohren, sodass ich das Gefühl nicht los wurde, mehr Sand in meinen Ohren zu haben, als manch Kinder in ihren Sandkasten.

Bis in die tiefste Ritze unter meiner Unterwäsche war der Sand zu finden. 

Sonnenaufgang am Strand von Maspalomas

Den frühen Morgen verbrachte ich fast täglich am Strand von Playa del Ingles. Noch nie habe ich einen Sonnenaufgang oder einen Sonnenuntergang am Meer fotografiert. Schon immer hatte ich diesen glühenden runden Sonnenball vor meinem inneren Auge, der sich langsam am geraden Horizont erhebt bzw. untergeht.

Doch neben dem Meer, dem Sand, dem Strand und der Sonne brauchte ich noch irgendein Motiv für meine Fotos.

Zum Glück gibt es am Meer immer wieder einige Holzpfähle, Hütten, Muscheln und Palmen, welche sich für ein schönes Motiv eignen. So entstanden unzählig viele Fotos vom wunderschönen Sonnenaufgang am Strand von Maspalomas. 

Ein Paradies für Wanderer, Botaniker, Sonnenhungrige und Gays

Tipps für deinen Aufenthalt mag und kann ich keine geben. Jeder hat andere Interessen, jeder möchte etwas anderes erleben und sehen. Für Gays ist Gran Canaria ein wahres Paradies. Tagsüber spielt es sich in den Dünen von Maspalomas ab. Selbst am Strand von Maspalomas gibt es hierfür einen eigenen Strandabschnitt am Kiosk Nr. 7. Spät Abends und Nachts ist das Yumbo-Center ein Eldorado für Gays und seine Freunde. Unzählig viele Bars, Crusing-Areas, Travestie-Shows und Kneipen reihen sich aneinander.

Für Wanderer ist das Innere der Insel ein wahres Paradies. Selbst Botaniker kommen voll auf ihre Kosten. 

Im Landesinneren findet man dichte Kiefernwälder, alpine Felsmassive, glitzernde Stauseen und weiß leuchtende abgelegene Bergdörfer. Auch die Pflanzenwelt im Landesinneren hält einige Überraschungen bereit. Von den rund 1.700 Pflanzenarten, die es auf der Insel gibt, kommen etwa 500 nur hier vor und sonst nirgends auf der Welt. Typisch für Gran Canaria sind die Wolfsmilchgewächse und die charakteristische Kanarenpalme. Überall auf den Kanaren finden sich die Feigenkakteen, Agaven, 30 verschiedene Eukalyptusspezies usw.. Von den bekannten Zierpflanzen finden sich auf Gran Canaria die südafrikanische Strelitzie (die heimliche Wappenblume der Kanaren), die Bougainvilla und der bis 4 m hoch wachsende Weihnachtsstern.

Für meinen Aufenthalt wählte ich das Erwachsenen-Hotel MUR-Neptuno direkt neben dem Yumbo-Center. Weshalb ich fast ausschließlich Erwachsenenhotels für meinen Aufenthalt auswähle, habe ich in diesem Artikel schon beschrieben. Die Heimreise verlief dann doch, entgegen meinen Befürchtungen, wieder unspektakulär. Ich habe ganz nette Menschen kennen lernen dürfen, die ich in absehbarer Zeit im Salzburger Flachau in einem BIO-HOTEL besuchen werde. 

Trotz des windigen und frischen Wetters war es ein unterhaltsamer, interessanter, erholsamer und aufregender Urlaub auf Gran Canaria!

Mein kleines Filmchen von der Qualle am Strand von Maspalomas - gepostet auf der Facebook-Seite von Federlos

Interessante Links: 

Gebucht habe ich bei weg.de 

Veranstalter war Schauinsland-Reisen

Übernachtet habe ich im MUR Neptuno

Geflogen bin ich mit Eurowings

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Kommentare: 5
  • #1

    Sandra aus Graz (Montag, 25 November 2019 10:04)

    Was für schöne Bilder und was für ein schöner Bericht. Da bekommt man Lust auf Urlaub. Der Start deiner Reise und das Wetter waren ja nicht so prickelnd, trotz alledem hast du den Bericht positiv geschrieben und bestimmt bei vielen Besuchern deines Blogs die Neugierde geweckt. Übrigens, klasse Blog!!!

  • #2

    Erwin (Neptuno) (Montag, 25 November 2019 10:10)

    Hallo Jürgen.
    Ich durfte dich im Hotel kennen lernen. Danke erstmal für den Link zu deinem Blog. Er ist fantastisch. Toll geschrieben, wunderschöne Bilder und gut aufgebaut.
    Deine nette Art und die vielen Gespräche haben uns, bei dem doch düsteren Wetter, den Aufenthalt versüßt. Meine Frau Gitta ist hin und weg von dir und deinen Geschichten. Vielleicht sieht man sich ja wieder. Mit dir haben wir einen lieben neuen Freund kennen lernen dürfen. Hoffentlich hattest du einen angenehmeren Rückflug als bei deiner Anreise.
    LG aus der Steiermark

  • #3

    Kurt (Mittwoch, 27 November 2019 06:52)

    Toller Bericht. Was ich hinzufügen möchte: Die Insel ist in meinen Augen zu verdeutscht worden. Wer braucht im Urlaub einen deutschen Bäcker, deutschen Friseur, deutschen Metzger, deutsches Restaurant, deutsche Küche, ...
    Dann bleibt zuhause, wenn ihr nicht mal eine Woche ohne deutsche Produkte auskommen könnt. Ich möchte spanische Küche, spanische Mentalität, ...
    Nicht umsonst sind die Deutschen überall so unbeliebt - weil sie in sich selbstverliebt sind.
    Außerdem ist die Insel überteuert.

  • #4

    Helga (Donnerstag, 28 November 2019 07:38)

    Da müsstest du ja eine Entschädigung für die entstandene Verspätung erhalten?! Wie hat sich Eurowings dabei angestellt? Wie hast du die Entschädigung zurückerstattet? Würde mich sehr interessieren.
    Toller Bericht und wunderschöne Bilder. Bin immer wieder gerne auf deinen Blog.

  • #5

    Karin (Sonntag, 01 Dezember 2019 09:06)

    Hattest du Probleme mit Eurowings bei der Entschädigungszahlung? Vielleicht möchtest du darüber einen Artikel schreiben?
    Toller Bericht und schöner Block.