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Die bunten Häuser von Friedensreich Hundertwasser

Sie haben viel Grün, verschiedene Elemente sind hier vereint, sie haben an den Gangbereichen unebene Böden und sie sind bunt. Ein Blickfang sinds allemal und auf den Dächern lässt sich ein echter Park mit inzwischen groß gewachsenen Bäumen vermuten. Diese Häuser haben den unsrigen so einiges voraus. Die Häuser in der Löwengasse folgen nicht der üblichen Architektur und macht es dadurch so einzigartig. Diese Häuser sind keine typischen Sehenswürdigkeiten wie das Belvedere, das Schloss Schönbrunn, das Riesenrad oder der Stephansdom. Aber sie sind genauso sehenswert und bekannt. Nicht umsonst gehören die Hundertwasserhäuser in Wien mit zu den meist fotografierten Häuser der Stadt.

Dies, obwohl es sich hierbei um stinknormale Wohnhäuser handelt. Im Haus befinden sich über 50 Wohnungen und ein paar wenige Geschäftslokale. Neben einigen kleineren Dachterrassen gehören auch drei gemeinschaftliche Dachterrassen zum Haus. Sie wurden von keinem geringeren gestaltet, als vom Namensgeber der Häuser - dem Künstler Friedensreich Hundertwasser. Da Hundertwasser kein Architekt, sondern eben Künstler war, bat er die Stadt Wien, ihm einen Architekten beizustellen, der bereit wäre, sein Konzept in adäquate Planzeichnungen umzusetzen. Nicht nur die unebenen Böden und schrägen Fassaden, das Farbenfrohe, ... waren für Hundertwasser wichtig. Hundertwasser legte großen Wert auf die "Verwaldung der Stadt". 

Die Stadtverwaltung vermittelte Hundertwasser den Architekten Josef Krawina. Dieser präsentierte Hundertwasser im August und September 1979 seine auf den damaligen Vorschriften für den sozialen Wohnbau beruhenden Vorentwürfe, die allerdings dem architektonischen Konzept der geschlossenen Bauweise entsprachen und die Hundertwasser schockiert zurückwies, da sie genau der geradlinigen und nivellierenden Rasterarchitektur entsprach, gegen die er stets gekämpft hatte. Hundertwasser wollte ein „Haus für Menschen und Bäume“, so wie er es Jahre zuvor bereits beschrieben hatte: In seinem Modell des „Terrassenhauses“ für die Sendung „Wünsch Dir was“ hatte er dieses Haus bereits visualisiert. Es gelang Hundertwasser noch 1979, die Stadt Wien für sein Konzept eines begrünten Terrassenbaus und somit für Ausnahmen von den normalerweise anzuwendenden Bauvorschriften zu gewinnen. Im März 1980 folgte ein zweiter Vorentwurf Krawinas samt zugehörigen perspektivischen bzw. axonometrischen Zeichnungen und einem dazugehörigen Balsaholzmodell. Krawina entwickelte dabei unter intensiver Ausnutzung der eingeräumten rechtlichen Möglichkeiten einen erheblich von den Bebauungsbestimmungen abweichenden, aber konsensfähigen Baukörper. Dieser Baukörper wurde über alle Planungsschritte im Wesentlichen unverändert gelassen und gelangte auch tatsächlich zur Ausführung. Hundertwasser gestaltete etwa 40 weitere Bauwerke auf der ganzen Welt verteilt. Nur knapp 400 Meter vom Hundertwasserhaus in Wien entfernt, in der Unteren Weißgerberstraße 13, befindet sich etwa das 1991 eröffnete und nach Entwürfen von Hundertwasser und Peter Pelikan geplante KunstHausWien. Auch die Fassaden der Müllverbrennungsanlage Spittelau trägt die Handschrift von Friedensreich Hundertwasser. 

Anreise und Öffnungszeiten Hundertwasser-Haus Wien

Mit der Straßenbahn Linie 1 fährst du in Fahrtrichtung "Prater Hauptallee" bis zur Station "Hetzgasse". Von dort geht man noch ca. 100 Meter in Fahrtrichtung.

 

Das Hundertwasserhaus ist ein Wohnhaus und kann von außen rund um die Uhr besichtigt werden. Der Info-Shop im Wohnhaus ist zumindest von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (im Sommer bis 19:45 Uhr). Das Hundertwasser Village ist täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Das Hundertwasser Museum im KunstHausWien kannst du täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr besichtigen.

Fotocollage/Fotos: Federlos

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