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Diese Restaurants versuche ich zu meiden

Essen im Restaurant ist einfach herrlich - wenn die "Qualität" und das "drum herum" stimmt. Über die Qualität hat man selbst wenig Einfluss, bleibt einem nur das Vertrauen in die Küche und der dort arbeitenden Köche. Über das "drum herum" hat man jedoch sehr wohl einen Einfluss, nämlich bei der Auswahl des Restaurants. Auswärts zu essen ist ein kleiner Luxus, den man sich hin und wieder gönnen sollte. Vor allem sollte man jedoch darauf achten, dass solch ein Besuch in guter Erinnerung bleibt. Um nicht über die Türschwelle eines falschen Restaurants zu gehen, achte ich auf mehrere Punkte. Unter Umständen wird in manchen Restaurants nicht nur schlecht gekocht, sondern es lauern auch noch reichlich andere Dinge, die einem eventuell stören könnten. Heute versuche ich euch mit wenigen Worten zu erklären, auf was ICH bei einem Restaurantbesuch achte. Ich erzähle euch, um welches Restaurant ich einen großen Bogen mache, weshalb ich Kinderspielecken fürchterlich finde und Speisekarten mit einer großen Auswahl an Speisen wenig Vertrauen schenke. 

  • XXL-RESTAURANTS: Restaurants, die XXL-Speisen (XXL-Schnitzel, XXL-Spare Rips, XXL-Cordon bleu, ...) anbieten, besuche ich grundsätzlich nie. Wer günstig und viel essen möchte, darf auch nicht über die Qualität der Speisen urteilen. Übergroße Portionen in Restaurants würde ich, wenn ich könnte, ganz abschaffen. Ein XXL-Schnitzel oder ein XXL-Burger ist einfach nur mehr pervers. Auch wenn diese Art der Erlebnis-Gastronomie wieder etwas rückläufig ist, bei manchen Wirten auch wieder ein Umdenken stattgefunden hat, für mich ist jedes einzelne Restaurant dieser Art eines zuviel. Vielleicht dann auch noch ein Wettessen, so nach dem Motto: Friss viel - kotz aber draußen. Manche mögens - ich bin ein großer Gegner davon.
  • DIE BESTEN SPARE RIPS DER STADT: Echt jetzt? Wer bestimmt, dass gerade diese Spare Rips, diese Stelzen, dieses Schnitzel, ... die besten der Stadt sind? Wenn aus diesem Grund und diesem selbsternannten Titel die Spare Rips auch noch über 20 Euro kosten, dann kann ich dabei nur mehr lachen und alle Gäste davor warnen! Wer entscheidet, was die besten Spare Rips ausmachen? Der eine mag dies, der andere wiederum das. Meine besten Spare Rips der Stadt habe ich ganz woanders gegessen, zu einem viel günstigeren und faireren Preis. Wer mit diesem selbsternannten Titel auf der Website oder der Speisekarte wirbt, ... seine Gäste anlockt und abzockt, hat mein Geld nicht verdient!
  • ICH MACH ALLES: Ich besuche nie Restaurants die Pizzas, Kebab, Nudelgerichte (Pasta), Chinesisch und Schnitzel in einer Speisekarte anbieten. Wer sich nicht auf eine Linie konzentrieren kann, hat es nur mehr auf die Masse abgesehen. In solchen Restaurants kann man davon ausgehen, dass nichts frisch vorbereitet und zubereitet wird. Das wäre rein von der Logistik her schon ein Ding der Unmöglichkeit. In deren Lager, Kühlräume - vielmehr in deren Tiefkühltruhe möchte ich gerne mal einen Blick werfen. Gänsehaut und Gruseleffekt sind vorprogrammiert.
  • FRISCH AUS DER DOSE: Wie gerne esse ich vor dem Servieren der Hauptspeise (oder auch mal dazu) einen frisch zubereiteten Salat. Wenn ich aber einen Bohnensalat aus dem Glas, Karottensalat aus dem Glas und Mais aus der Dose, ... als "gemischter Salat" serviert bekomme, dann kann ich davon ausgehen, dass alles andere auch nicht frisch zubereitet wird. Wir leben in einem wunderschönen Land welches zu jeder Jahreszeit frisches Obst und Gemüse vorweisen kann. Wer zu bequem ist, frisches Gemüse zu Salat zu verarbeiten, ist auch zu faul, saisonale und frische Speisen (Hauptgerichte) auf den Teller des Gastes zu zaubern. Ein Zweitbesuch ist daher ausgeschlossen. 
  • MEINE BLUMEN WELKEN NIE: Bitte, Kunstblumen an den Wänden, auf den Schränken und Regalen sowie auf den Tischen geht heute gar nicht mehr. Genau das selbe mit ausgestopften Trophäen irgendwelcher Tiere. Solche Dreckschleudern braucht heutzutage kein Mensch. Eine frische Rose in der Vase oder die Blüte der Rose im Wasserglas, ein kleines Töpfchen mit frischen Blumen, ... machen den Raum nicht nur freundlicher, es zeigt auch, dass man hier großen Wert auf Sauberkeit legt. Denn diese Blumen müssen gepflegt werden. Wenn es mal keine Blume ist, dann lieber eine Kerze. Kunstblumen sind nicht nur OUT - sie sind erbärmlich. 
  • DIE GROSSE AUSWAHL: Sobald ein Restaurant eine Speisekarte mit mehr als 20 Hauptspeisen präsentiert, mache ich die Karte zu. Ich rate auch jedem an, keine Lokale mit umfangreichen Speisekarten aufzusuchen. Obwohl Abwechslung natürlich etwas Gutes ist, bedeutet eine umfassende Speisekarte, dass immer eine große Menge unterschiedlicher Zutaten vorhanden sein muss, um alle Gerichte anbieten zu können. Überall, wo es eine große Auswahl gibt, sollten die Alarmglocken läuten, weil nicht sicher ist, wie frisch das Essen ist. Fünf bis zehn saisonale frische Speisen reichen heutzutage für ein gutes Restaurant vollkommen aus.
  • KINDERSPIELECKEN SIND DER HORROR! Es gibt nichts Schlimmeres, als in einem Lokal zu sitzen und den Lärm der brüllenden, kreischenden und schreienden Kinder ertragen zu müssen. Dabei fällt mir immer wieder auf, selbst die Eltern suchen sich einen Tisch weit von der Spielecke entfernt aus. Jedes Kind sollte recht früh lernen, dass es eben Orte gibt, an denen man auch mal eine Stunde ruhig sein muss. Kinder spielen nicht leise, sie springen von der Spielecke zum Tisch und wieder retour, sie klopfen mit den Klötzen, schmeißen mit den Legosteinen, ... Die Arroganz der Mütter ist genau so ärgerlich und unverständlich wie der Lärm der Kinder. Die Eltern übergeben automatisch die Aufsichtspflicht an die Kellner ab. Aber wehe, es wird um etwas Ruhe gebeten, eine Negativ-Kritik in einer der zahlreichen Bewertungsportalen ist garantiert. Weshalb erst soweit kommen lassen? 
  • NACH DEM (WEIHNACHTS-)URLAUB: Die Weihnachtsfeiertage können ziemlich stressig für Restaurants sein. Manche schließen für ein paar Tage oder sogar Wochen rund um diese Zeit, um ihrem Personal eine Auszeit zu geben oder ihre Gerichte zwischen den Jahren zu überarbeiten. Einen Tisch in einem Restaurant zu buchen, sobald es nach einer Pause wieder geöffnet hat, könnte bedeuten, dass man etwas isst, das schon eine Zeit lang gelagert wurde. Restaurants betrachten die Zeit vor einem Urlaub meist als Möglichkeit, ihre Gerichte in die Tiefkühltruhe zu legen, um sie wiederzuverwenden, sobald wieder geöffnet wurde. 
  • AUCH DER KOCH BRAUCHT SEINE PAUSE: Wenn ich es erst kurz vor Küchenschluss ins Restaurant geschafft habe, werde ich hier nichts mehr essen. Denn egal was ich jetzt bestelle, es ist sehr wahrscheinlich, dass das Essen nicht mehr mit der nötigen Hingabe zubereitet wird. So habe ich womöglich ein weniger schönes Dinnererlebnis und gehe sehr wahrscheinlich enttäuscht nach Hause. Aber dafür habe ich vollstes Verständnis. Jeder Koch legt Wert auf seine verdiente Freizeit. Hier sollte man auch Rücksicht auf den Koch nehmen! Mein Anstand sagt: Bestelle hier nichts und komm beim nächsten mal etwas früher.
  • SEHENSWÜRDIGKEITEN VOR DER TÜRE: Auch um Restaurants, die direkt neben Sehenswürdigkeiten zu finden sind, mache ich einen großen Bogen. Natürlich bestätigen Ausnahmen diese Regel, sodass ich mancherorts auch dort wunderbar essen kann. Es kommt jedoch auch vor, dass dort Enttäuschungen lauern, denn die Wirte wissen, dass die große Mehrzahl der Besucher nur ein einziges Mal zum Essen kommt. Die Qualität des Essens und der Service sind daher manchmal nicht so gut wie erhofft. Gleichzeitig ist es dort oft besonders teuer. Möchte ich gutes Essen mit freundlicher Bedienung genießen, wähle ich besser einen Ort aus, der weniger touristisch geprägt ist.
  • DER (GRIFF) BLICK INS KLO: Meist genügt schon ein Blick aufs WC. Natürlich wird das Essen nicht in den Waschräumen zubereitet. Dennoch ist der Zustand der Toiletten ein wichtiger Hinweis darauf, wie viel Wert auf Hygiene in einem Restaurant gelegt wird. Denn wenn schon ein Ort, den der Gast zu Gesicht bekommt, schmutzig ist, wie wird dann erst die Küche aussehen?
  • LIEBER ZWEIMAL SCHAUEN ALS EINMAL BESTELLEN: Beim Geschirr gilt der gleiche Grundsatz wie bei den Toiletten: Wenn bereits die für den Gast sichtbaren Dinge verschmutzt sind, lässt das Böses erahnen, was die im Verborgenen liegenden Dinge betrifft. Kurz gesagt: Wenn schon Messer und Gabel schmutzig sind, möchte ich garantiert den Herd oder Ofen nicht sehen. 

    Auch wenn ich im Restaurant Tische sehe, auf denen noch das Geschirr anderer Gäste steht, obwohl diese schon längst gegangen sind, passe ich sehr genau auf. Denn in Restaurants mit gutem Service werden die Tische sofort wieder frisch eingedeckt und für neue Gäste vorbereitet. Nicht abgeräumte Tische deuten somit ebenfalls auf schlechten Service hin, den ich mir nicht antun möchte.

  • BEWERTUNGEN KÖNNEN NÜTZLICH SEIN: Natürlich hat es seinen Reiz, sich - vor allem in fremden Städten - einfach mal treiben zu lassen und auf sein Gefühl zu hören, wenn es um die Restaurantwahl geht. Doch das kann schnell zu Enttäuschungen führen. Ich lasse mich inspirieren und höre auf mein Bauchgefühl. Ich prüfe trotzdem dann aber noch die Bewertungen im Internet, z. B. auf TripAdvisor, Yelp oder Google. Sammeln sich dort reihenweise schlechte Kritiken, werde ich lieber noch etwas weiterbummeln.
  • DER ERSTE EINDRUCK BEIM EMPFANG: Wer mich schon auf der Türschwelle mit einem verzogenen Gesicht empfängt, hat es nicht verdient, dass ich dort mein Geld und meine Zeit investiere. Unfreundliche Mitarbeiter sind etwas, das sich nur solche Restaurantbetreiber erlauben, denen die Gäste auch in anderen Punkten nicht wichtig sind. Fühle ich mich beim Ankommen nicht willkommen, suche ich lieber einen anderen Ort um mit meinen Freunden einen schönen Abend zu verbringen.
  • ZU MUTTERTAG DIE MUTTER DAHEIM VERWÖHNEN: Am Muttertag, zum Valentinstag, an Kommunionen, ... wollen viele Familien mit einem schönen Essen in einer Lokalität feiern. Doch entgegen der schönsten Vorstellungen kann der Restaurantbesuch durchaus Kopfschmerzen verursachen. Im Restaurant selbst gibt es oft fixe Menüs, die dem Personal die Bewältigung der Flut an Bestellungen etwas erleichtern sollen. Eine hohe Besucherzanzahl kann außerdem die Preise ziemlich nach oben treiben. Solche Tage bedeuten nichts als puren Stress in der Küche, weil dort ein Teller nach dem anderen herausgegeben werden muss - manchmal sogar ohne auf Details achten zu können. Das ist nicht immer die Schuld des Kochs. Bei dem hohen Druck lohnt es sich nicht unbedingt, ein Gast im Restaurant zu sein. Solche Tage meide ich für meinen Restaurantbesuch.

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Kommentare: 1
  • #1

    Michael (Dienstag, 05 November 2019 07:59)

    Bin da ganz bei dir. Jedoch kommt es mir so vor, dass die Anzahl der xxl-Restaurants nicht rückläufig ist, sondern immer mehr werden. Geiz ist eben noch immer geil.
    Kompliment, die Kinderspielecke gehört genau so abgeschafft wie die Raucherstuben. Vielleicht gibt es auch hierfür bald mal ein Gesetz. Nicht umsonst werden Adults only Hotels immer mehr.