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"Rom, die ewige Stadt" an einem Tag erleben

 

Ein Leben allein reicht nicht um Rom zu entdecken. Das ist, was die Bewohner der ewigen Stadt über ihre Heimat sagen. Dass dann so ein kurzer Aufenthalt, wie ich ihn hatte, erst recht nicht ausreicht, wurde mir sehr schnell bewusst. Das Historische Zentrum innerhalb der Aurelianischen Mauer (links vom Tiber) und der Gianicolensi Mauer (rechts vom Tiber) umschließt über 25.000 Sehenswürdigkeiten historisch-archäologischer und landschaftlicher Natur.

 

Anhand meiner Bilder möchte ich euch einen kleinen Einblick geben, was ich bei meinem Kurztrip so alles gesehen habe. Man staune nicht schlecht, es ist nicht wenig.

 

Ganz generell gilt, die beste Reisezeit für Rom hängt von den eigenen Interessen ab. Museen besucht man besser im Winter. Frühjahr und Herbst eignen sich für alle Aktivitäten im Freien und an heißen Sommertagen ist Rom tagsüber eher ruhig und man genießt den Sommertag in den Parks oder am Meer. Aufgefallen ist mir dabei: In Rom wird es, egal zu welcher Jahreszeit, erst am Abend lebendig. 

 

 

Um in Rom keine wertvolle Zeit zu vergeuden, solltest du wissen, wo sich das Zentrum von Rom befindet, wie du dort hinkommst und wie du dich dort am besten orientierst. Der Bereich innerhalb der Aurelianischen Mauern wird häufig als das Zentrum von Rom definiert. Ich möchte das Gebiet etwas enger fassen, und zwar als das Gebiet, auf dem sich einst das Marsfeld befand.

 

In der Antike befand sich das Zentrum im archäologischen Gebiet rund um das Kolosseum und wurde durch den Kapitolshügel begrenzt. Das Marsfeld lag außerhalb der Stadt und breitete sich aus vom heutigen Ghetto am Tiber entlang bis zur heutigen Piazza del Popolo. Dort wurde es vom Hügel des Pincius begrenzt und weiter südlich vom Quirinalshügel. Unter Augustus kam das Gelände zum Stadtgebiet von Rom und wurde vorwiegend als Sport- und Kulturzentrum verwendet. So enstand ein Leichtathletikstadion, das Stadion des Domitian, das heute noch unter der Piazza Navona besichtigt werden kann.

 

Die Legende besagt, dass Rom im Jahr 753 v.Chr. von den Brüdern Romulus und Remus gegründet wurde. Diese wurden von der berühmten Wölfin gesäugt, die seit Jahrtausende Symbol der Stadt ist, zusammen mit dem wichtigsten Monument: Das Kolosseum. Ihre Geschichte ist jedoch das, was aus der Stadt Rom eine Legende machte: Erst Geburtsort der Römischen Republik, dann Zentrum des politischen und kulturellen Lebens des Römischen Reiches und im IV Jh. Hauptstadt der christlichen Welt. Übrigens, die berühmte Wölfin, die Romulus und Remus säugte, kannst du immer wieder an Hausfassaden finden.  

 

Rom ist eine lebenswerte und sehr grüne Stadt. Die Stadt ist durchzogen von Grünflächen und Parks und es gibt viele Möglichkeiten, Sport zu betreiben. Eines ist mir dabei aufgefallen: Überreste der Antike sind in Rom überall zu finden. Das Gebiet rund um das Kolosseum mit Palatin, Forum Romanum und Neros Palast, der Domus Aurea, ist zu einem archäologischen Park zusammengefasst. Kolosseum, Forum Romanum und Palatin können den ganzen Tag besichtigt werden, aber am Vormittag ist es vor allem im Sommer kühler. 

 

Ein Muss - das Kolosseum

Das Amphitheater Flavium, so der ursprungliche Name des Stadiums, wurde im Jahr 72 unter Vespasian errichtet. Das Kolosseum, so genannt aufgrund einer damals nahen gelegenen kolossalen Statue, liegt im Herzen des historischen Zentrums und war Austragungsort der Spiele des antiken Roms. Berühmt waren die Gladiatorenkämpfe, im Allgemeinen handelte es sich um Sklaven oder Kriegsgefangene, die versuchten ihre Freiheit durch die grausamen Kämpfe wiederzuerlangen.

 

Hier fanden aber auch exotische Schauen, Tierkämpfe, akrobatische Spiele und Nachstellungen legendärer Kämpfe statt. Die Spiele fanden in der Arena, im Zentrum des Kolosseums statt und bestanden aus beeindruckenden Choreografien und Bühnenbilder. Letztere konnten anhand eines komplexes Systems an Zugrollen, Aufzügen und gesteuerten Öffnungen schnell ausgetauschet werden.

 

 

Spektakulär auch die Naumachien, nachgestellte blutige Seeschlachten auf künstlichen Seen. Julius Caesar war wahrscheinlich der erste, der diese außergewöhnliche Art der Spiele veranstaltete, aber Titus ließ sie zum ersten Mal im Kolosseum aufführen, die Arena wurde dafür durch Wasserleitungen künstlich geflutet. Das Kolosseum war außerdem Austragungsort öffentlicher Strafen, jedoch nicht Ort von Blutbäder gegen die Christen, wie in manchen Filmen erzählt.

 

Die Genialität der antiken Römern findet in diesem imposanten Bauwerk ihren höchsten Ausdruck. Die Innovation zum griechischen Theater besteht in der Struktur, die hier eine „geschlossene Runde“ aufweist, und dem Zuschauerraum, der die Arena komplett umgibt und eine große Menschenmenge beherbergen kann. Mit einer Höhe von 52 Metern und vier übereinander angeordneten Arkadenreihen zu je 80 Bögen fanden 50.000 bis 70.000 Zuschauer darin Platz. Diese Zahlen unterstreichen die Großartigkeit des Denkmals, Wahrzeichen Roms, heute wie damals.

 

Ein guter Ausgangspunkt für deine Spaziergänge ist der Piazza del Popolo. Von der Piazza del Popolo gehen drei Straßen strahlenförmig ins Zentrum, der „Dreizack“ – Tridente. Die zentrale Straße heißt Via del Corso und geht bis Piazza Venezia. Links von ihr geht die Via del Babuino zur spanischen Treppe, rechts von ihr die Via di Ripetta und dann die Via della Scrofa bis zur Rückseite des Senatsgebäudes.

 

Von dort geht es rechts zur Piazza Navona und links zum Pantheon. Der „Dreizack“ ist eine besonders verkehrsberuhigte Zone und eine beliebte Einkaufszone. Links von der Via del Corso endet er an der Via del Tritone, auf der rechten Seite endet er am Parlamentsgebäude.

 

 

Weiter in Richtung Santo Spirito kommt man zum Vatikan, dem kleinsten Staat der Welt mit dem beeindruckenden Petersdom, im Herzen Roms. Das Gefühl, das man vor so viel Schönheit und der Umarmung der Bernini Kolonnade um den Platz spürt, ist unbeschreiblich. Jeder sollte das für sich erleben und solch ein Meisterwerk, das kein Mensch zuvor gefertigt hatte, auf eigener Weise genießen.

 

Am Ende der Via della Conciliazione, die vom Petersplatz zum Tiber führt, empfängt einen die Engelsburg, eine antike Festung, die mehrmals im Mittelalter und in der Renaissance verändert wurde und von der man ein beeindruckendes Panorama über die Stadt genießen kann. Zum Vatikan gehören auch andere wichtige Basiliken Roms, wie San Giovanni in Laterano, Santa Maria Maggiore und San Paolo Fuori le Mura (Sankt Paul vor den Mauern).

 

Kein Rom ohne Vatikan

Der Petersdom, mit der eindrucksvollen und imposanten Kuppel, die über den Dächern Roms emporragt, ist das Herz des Katholizismus. Dieser gehört zu den meist besuchten Stätten der ewigen Stadt, sowohl aufgrund seines großen Kunstschatzes als auch während den großen religiösen Veranstaltungen der katholischen Kirche.

 

Auf dem weltberühmten Petersplatz werden weltweit ausgestrahlte Weihnachts- und Ostermessen sowie die Rituale der Karwoche, die Proklamation der neuen Päpste und die Trauerfeiern für die zuvor Verstorbenen gehalten sowie die Feierlichkeiten der Jubeljahre zur Kanonisierung der Heilige. Bei einem Besuch der Stadt Rom, kann man also die Gelegenheit nicht verpassen den Petersdom, den Petersplatz und die Kollonade zu besichtigen.

 

 

Der Petersdom ist von Außen 218 m breit und 133,3 m hoch (bis zur Kuppel) während die Gesamtfläche 23.000 qm beträgt. Die Hauptfassade ist fast 115 m breit und 45 m hoch. Der Platz hat einen Durchmesser von 240 m und der in der Mitte stehende Obelisk ist über 25 m hoch. Im Inneren zählen die Schiffe insgesamt 45 Altare und 11 Kapellen. Die Statue des Hl. Peters hat zwei Vervielfältigungen: Eine befindet sich in der Notre-Dame Kathedrale in Paris und die andere in der Kronkathedrale vom Allerheiligsten Namen Jesu in Jerusalem.

 

Ein guter Ausgangspunkt für deinen Städtetrip in Rom ist auch die Engelsbrücke. Alle Linien, mit Ausnahme der gelben Busse der „Roma Christiana“, halten bei der Engelsbrücke, bei der Via Ludovisi und bei der Piazza Barberini. Von der Engelsbrücke kommst du zur Piazza Navona und auf der anderen Seite zum Vatikan. Die Via Ludovisi liegt oberhalb der Spanischen Treppe.

 

Piazza Barberini ist die Haltestelle, die dem Trevi Brunnen und der Unterseite der Spanischen Treppe am nächsten liegt. Die gelben Busse der „Roma Christiana“ halten auf dem Corso Vittorio Emanuele zwischen Piazza Navona und Campo de‘ Fiori. Eine weitere Haltestelle hast du, in Richtung Piazza Venezia/Termini, an der Piazza SS. Apostoli. Von dort ist es nicht weit zum Trevibrunnen.

 

 

Wie du anhand der Bilder feststellen kannst, habe ich bei meinem Kurztrip recht viel entdecken können. Ein kleiner Tipp am Rande: Besuche die zahlreichen Innenhöfe in den Klöstern, alten Wohnhäusern und anderen Bauwerken. Sie verbergen so manch tolle Schätze, wie es sie von Außen nicht vermuten lässt. Wir haben in den Innenhöfen gigantische Brunnen mit riesigen Koi´s, tolle Grünanlagen und jede Menge Statuen und Säulen entdecken dürfen.

 

Viele Klöster und Wohnhäuser halten ihre Tore tagsüber unverschlossen. Essen gehst du am besten außerhalb der Touristenzonen. Da bekommst du zu humanen Preisen noch selbstgemachte Pasta. 

 

Fotos: Jürgen B. | Federlos.com

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Kommentare: 1
  • #1

    Gabi (Freitag, 14 Februar 2020 12:28)

    Hallo Jürgen es ist schon eine Weile her, daß ich in Rom war. Ich habe es in bester Erinnerung damals waren grad nicht so viele Touristen. Der Hauch der Geschichte hat mich sehr beeindruckt und die wahnsinnig schönen Statuen und noch vieles mehr. Herzliche Grüße Gabi