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Schloss Schönbrunn - mehr als nur ein Märchenschloss

So schön, so groß, so märchenhaft! Diesmal erzähle ich euch von meinem Ausflug zum Schloss Schönbrunn, mein Spaziergang durch die Parkanlagen bis hinauf zur Gloriette und meinem Besuch beim Tiergarten Schönbrunn. Ein weiterer Besuch ist garantiert, schließlich muss ich mir noch die Räumlichkeiten des Schlosses, das Marionettentheater, die Schloss Schönbrunn Orangerie, die Kaiserliche Wagenburg, das Schönbrunnerbad, den Irrgarten, das Palmenhaus, ... ansehen. Doch beginnen wir mit dem Schloss und dem gigantisch großen und weitläufigen Park.

Das Schloss Schönbrunn, in seiner heutigen Form im 18. Jahrhundert als Sommerresidenz für Kaiserin Maria Theresia errichtet, liegt seit 1892 in Wien Hietzing, dem 13. Wiener Gemeindebezirk. Der Name vom Anwesen geht angeblich auf einen Kaiser Matthias zugeschriebenen Ausspruch zurück. Er soll hier im Jahr 1619 auf der Jagd eine artesische Quelle entdeckt und ausgerufen haben: „Welch’ schöner Brunn“. 

Schloss Schönbrunn

Schönbrunn ist das größte Schloss und eines der bedeutendsten und meistbesuchten Kulturgüter Österreichs. Das Schloss und der etwa 160 ha große Park sind seit 1996 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Eine Hauptattraktion im Schlosspark ist der älteste noch bestehende Zoo der Welt, der Tiergarten Schönbrunn (16 ha). Siehe im unteren Bereich des Blogartikels. Schloss, Park und Tiergarten Schönbrunn zählen zu den touristischen Hauptsehenswürdigkeiten Wiens.

Heute zählt man im Schloss Schönbrunn 1441 Zimmer verschiedenster Größe. Ein Teil davon, der nicht zum Museum gehört, wird von der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. als Wohnungen an Privatpersonen vermietet. Der Großteil des Schlosses fungiert jedoch als Museum, das 2016 rund 3,7 Millionen Besuche zählte. Der Park und seine Einrichtungen ziehen weitere rund 5 Millionen an, in Summe also etwa 8,7 Millionen Besuche pro Jahr. Das Areal ist somit eine der meistbesuchten Wiener Sehenswürdigkeiten; neben seiner touristischen Funktion ist auch seine Funktion als Naherholungsraum für die dicht verbauten Gebiete der angrenzenden Bezirke 12, 13, 14 und 15 wichtig.

Die Parkanlagen von Schönbrunn

Das Schloss und sein Park bilden wahrlich ein untrennbares Ensemble. Um die Umgestaltung der Anlage kümmerte sich insbesondere Kaiser Franz I. Stephan, der 1752 den Tiergarten und 1753, auf dafür zugekauftem Grund, der westlich an das bisherige Areal anschloss, den Holländisch-Botanischen Garten einrichten ließ. Erst sieben Jahre nach dem Tode ihres Gemahls gab Maria Theresia eine gründliche Umgestaltung des Hügels und des Parks in Auftrag.

Das Zentrum des Parks bildet das Große Parterre, das sich seit etwa 1780 an der Hauptachse der Anlage bis zum Gloriette-Hügel erstreckt. Es hatte um 1750 bloß die halbe Größe, und etliche spätere Ideen konnten nicht umgesetzt werden. Insbesondere ein Entwurf von etwa 1770, der vier große Springbrunnen vorsah, war mangels Wassers nicht realisierbar. Die 32 Skulpturen, die am Rand des „großen Parterres“ aufgestellt wurden, entstanden, wie auch die übrigen Figuren im Park, großteils im Atelier von Johann Christian Wilhelm Beyer und nach seinem Konzept; sie stellen Gestalten aus der griechisch-römischen Mythologie oder deren Geschichte dar.

Die Gloriette von Schönbrunn

Die Gloriette im Schlossgarten von Schloss Schönbrunn in Wien ist die größte aller Glorietten und dadurch die bekannteste. Sie wurde im Jahr 1775 als letzte Baulichkeit des Gartens nach Plänen von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg als Ruhmes-Tempel, zugleich Hauptblickfang des Gartens und auf 241 m ü. A. Aussichtspunkt über denselben erbaut. Die Gloriette diente später als Speise- und Festsaal sowie als Frühstückszimmer für Kaiser Franz Joseph I. Der Speisesaal wurde bis zum Ende der Monarchie benutzt, heute befindet sich ein Café darin; auf dem Dach ist eine Aussichtsplattform mit Blick über Wien. Der Skulpturenschmuck stammt von Johann Baptist Hagenauer. Die Gloriette wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer schwer beschädigt, jedoch bereits 1947 wiederhergestellt. 1995 wurde sie erneut restauriert. Von 1790 bis 1910 waren die drei mittleren Bögen der Gloriette verglast. Danach war die Gloriette ohne Verglasung und deshalb ein offener Raum. Nach einer Debatte, in der vor allem von Architektenseite „zeitgemäße“ Gestaltung reklamiert wurde, wurde im Laufe der Restaurierung in den 1990er Jahren eine Verglasung im historischen Stil basierend auf alten Fotografien eingebaut und ab April 1996 das Café Gloriette dort eingerichtet.

Erwähnenswert in der weitläufigen Parkanlage sind der Irrgarten mit einem neuen Spielplatz und mit interessanten Klang-Stationen, der Kronprinzengarten (beide kostenpflichtig) und der (als reiner Schaugarten nicht betretbare, seit 1917 bestehende) Japanische Garten. Demgegenüber ist der am äußersten westlichen Rand liegende Botanische Garten ein von der Bevölkerung gern genutzter Park und Erholungsort. Jogger und Spaziergänger lieben diesen Park!

Die Kleine Gloriette (unten im Bild rechts oben) befindet sich mitten am bewaldeten Berghang und in der Nähe des heutigen Maria-Theresien-Tores. Der Bau wurde vermutlich um 1775 von Isidor Canevale als Aussichtspavillon errichtet. Er ist turmartig und hat zwei Stockwerke mit Balkonen. Der Grundriss besteht aus einem regelmäßigen Achteck mit einem angebauten Treppenhaus. Das Dach bildet eine relativ flache Kuppel aus Kupfer. Die äußere Farbgebung dieser Gloriette orientiert sich nach dem Schloss: mit der Fassade im Schönbrunner Gelb und den Fensterläden in Kaisergrün. Der Innenraum ist mit einer Trompe-l’œil-Architekturmalerei im Stil des Rokoko ausgestattet, die sich im Obergeschoß durch eine Brüstung in einen gemalten Himmel öffnet. Das Gebäude ist in der Regel geschlossen, jedoch bei Anlässen wie dem Tag des Denkmals gelegentlich für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Geschichte von Schönbrunn

Ein wenig Geschichte darf auch auf Federlos.com nicht fehlen: Von 1638 bis 1643 wurde in dieser Gegend ein Schlossbau als Residenz für die zweite Ehefrau des Kaisers Ferdinand II., Eleonora Gonzaga, errichtet. Diese Anlage wurde jedoch in der Zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683 schwer beschädigt. 1687 gab Leopold I. für seinen Thronfolger Joseph I. einen repräsentativen Neubau von Johann Bernhard Fischer von Erlach für das damals weit vor den Toren der Stadt gelegene Schloss in Auftrag. Erst ab 1743 wurden unter Maria Theresia, seit 1745 als Kaiserin tituliert, von Nikolaus von Pacassi und Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg das Schloss und der Park in seiner heutigen Form um- und ausgebaut. Der barocke Palast war von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches im Jahre 1806 die Sommerresidenz der Könige und Kaiser des Reiches und ab 1804 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges des österreichischen Kaiserhauses. Das Schloss war in dieser Zeit fast durchgehend von einem mehrere hundert Personen umfassenden Hofstaat bewohnt und wurde zu einem kulturellen und politischen Mittelpunkt des Habsburgerreiches. Während der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde es auch k. k. Lustschloss Schönbrunn genannt.

Der Tiergarten von Schönbrunn

Der Tiergarten Schönbrunn im Park des Schlosses Schönbrunn wurde 1752 von den Habsburgern gegründet und ist somit der älteste noch bestehende Zoo der Welt. Der Tiergarten Schönbrunn beteiligt sich an internationalen Zuchtprogrammen für gefährdete Tierarten. Plane für den Besuch des Tiergartens mindestens einen ganzen Tag ein. 

Das Ensemble Schloss und Park Schönbrunn, zu dem auch der Tiergarten gehört, wurden zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Der Tiergarten Schönbrunn wurde schon mehrmals zum besten Zoo Europas gekürt, und der kann sich wahrlich sehen lassen. Jährlich wird der Tiergarten von über 2 Millionen Gästen besucht.

Öffnungszeiten und Preise vom Tiergarten Schönbrunn

Die Öffnungszeiten sind täglich ab 9:00 geöffnet – 365 Tage im Jahr – auch an Feiertagen. Die Schließzeiten sind je nach Jahreszeit zwischen 16:30 und 18:30, Kassenschluss und letzter Einlass ist eine halbe Stunde vor Ende der Besuchszeit.

Der Eintritt kostet pro Person 20 Euro, Kinder und Jugendliche 10 Euro, unter 6 Jahre frei. Die Jahreskarte kostet 49 Euro und ist ab Ausstellung ein Jahr gültig. Es zahlt sich aus, den Tiergarten nicht nur in den Hauptreisezeiten (Sommerferien, ...) zu besuchen! 

 

Zu erreichen ist Schönbrunn ganz einfach: du steigst in die "grüne" Linie U4 (U-Bahn) der Wiener Linien und fährst bis zur Station Schönbrunn. 

Alle Fotos: Jürgen B./Federlos

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