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Silvester OHNE Böller - machst auch du mit?

Bevor der Verkauf der Feuerwerkskörper und Böller beginnt, möchte ich unbedingt noch etwas loswerden: 16 Jahre begleiteten mich meine zwei Hunde, eine Berner Sennenhündin und ein Bernhardiner. Jedes Jahr zur selben Zeit brach bei ihnen Panik aus. Nämlich in der Zeit, wenn Silvester naht. Wenn es draußen knallt und zischt, dann ist das neue Jahr nur noch Stunden entfernt.

Vielen Feuerwerksenthusiasten gefällt es, wenn sich das alte Jahr dröhnend verabschiedet.

 

Doch manche Herrchen und Frauchen verfolgen die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester mit großer Sorge. Manche Hunde und manche Katzen verschwinden beim ersten Heuler schneller unter das Bett, als die Farben einer Silvesterrakete verblassen.

Böller machen Müll, sind laut und giftig

Aber auch für uns Menschen hat die Böllerei nicht nur Gutes. Wer nach der Silvesternacht das neue Jahr bei einem Spaziergang begrüßen möchte, der braucht in manchen Gegenden Gummistiefel. Denn die Berge aus Böllermüll in den Straßen können beachtliche Ausmaße annehmen. Wenn es regnet, watet man durch Matsch, den die Müllabfuhr in tagelanger Arbeit abtransportieren muss.

 

Und das ist wichtig: Denn Tiere können abgebrannte Raketen und Knaller mit Nahrung verwechseln und auffressen. Dabei können sie Plastikteile und Schwarzpulver verschlucken. Selbst wenn sie zuhause an ihren Pfoten lecken, nehmen sie gefährliche Rückstände der Böller und Feuerwerkskörper auf.

 

Spielen Kinder an Neujahr auf der Straße, können sie leicht in Kontakt mit Blindgängern geraten – und die sind brandgefährlich. Sie können ohne eine weitere Zündung explodieren. 

Verschmutzungen und Verletzungen durch Böller

Wie laut ein Feuerwerkskörper werden kann, ist in Österreich gesetzlich begrenzt. Wer geprüfte Knallware abbrennt, muss dennoch den Sicherheitshinweisen folgen, um Verletzungen am Ohr zu vermeiden. Doch viele Knallfreudige ignorieren die Sicherheitswarnungen: Jedes Jahr erleiden bei der Böllerei rund um den Jahreswechsel tausende Menschen Verletzungen am Innenohr. Bei fast einem Drittel sind die Schäden dauerhaft.

 

Wenn es an Silvester rumst, dann kratzt auch die Kehle vor lauter Staubpartikeln in der Luft. Beim Abbrennen der Knaller werden jedes Jahr Tonnen an Feinstaub freigesetzt.

 

Die Menge ist beachtlich: Der an Silvester emittierte Feinstaub entspricht etwa 20 Prozent der jährlich im Straßenverkehr freigesetzten Menge. Damit ist die Luftbelastung in vielen Städten zum Jahreswechsel so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. 

Einige Supermärkte und Baumärkte machen mit, und du?

Zum vergangenen Jahreswechsel waren in zahlreichen Krankenhäuser die Teams der Handchirurgie durchgehend im Einsatz. Patienten haben schwere Amputationsverletzungen durch Böller erlitten. 

Die Silvesterknallerei gerade in Großstädten wie Wien wird häufig beschrieben mit "kriegsähnlichen Zuständen".

Gerade Haustiere zucken da zusammen, wenn sie Silvesterböller hören, denn Hund, Katze und Co. haben ein fein entwickeltes Gehör. Der Krach kann sie unter Stress setzen und Panik auslösen.

 

Ich erinnere mich an einen aufgeschreckten und entlaufenen Hund, an dessen Suche ich mich intensiv beteiligt habe. Die Hündin Lia wurde durch einen Böller aufgeschreckt und ist den Besitzern davongelaufen. Die Suche blieb bis zum heutigen Tag ohne Erfolg. Deshalb, Hunde immer an der Leine führen und über Silvester nur kurze Spaziergänge machen!

 

Es gibt also einige Gründe, die gegen Silvesterfeuerwerk und Böller sprechen. In Ländern wie Australien ist es deshalb verboten. Einige europäische Städte gestatten das Böllern ebenfalls nicht. Immer mehr Städte ziehen nach.

Einige Supermärkte haben Feuerwerkskörper in diesem Jahr für den Umwelt- und Tierschutz aus ihrem Angebot gestrichen. Bei den Kunden kommt das überwiegend positiv an. Auch erste Baumärkte haben Gefallen an der Idee gefunden, immer mehr ziehen nach.

Und, machst auch du mit?

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Kommentare: 3
  • #1

    Lena H. aus Wien (Samstag, 14 Dezember 2019 06:12)

    Sowas gehört überhaupt verboten. Leider hört man selbst von den GRÜNEN immer nur kurz vor Silvester, dass sie sich diesem Thema widmen. Sind sie doch soooo für Umwelt und Tierwelt.

  • #2

    Sabienes (Dienstag, 17 Dezember 2019 18:00)

    Hallo Herr Federlos!
    Deine Forderung unterstütze ich rückhaltslos! Länder wie Frankreich zeigen ja, dass man es auch ohne private Böllerei ins neue Jahr schaffen kann.
    Dein Artikel hat es in die Coolen Blogbeiträge der Woche geschaft. Sie erscheinen am Donnerstag, den 19.12. und du kannst ja mal bei mir vorbeischauen.
    LG
    Sabienes

  • #3

    Gudrun (Dienstag, 31 Dezember 2019 16:08)

    Ich habe noch nie Geld für Böler ausgegeben. Es sieht zwar ganz schön aus, aber wenn es dann verpufft ist, war's das auch schön. Das viele Geld, was da über die Ladentische geht, kann für sinnvollere Projekte ausgegeben werden. Und die Tiere leiden entsetzlich. Wenn unser Kater an Sylvester nicht pünktlich da war, dann hatte er sich ängstlich verkrümelt und kam an Neujahr erst sehr spät wieder. Also ich brauch so etwas nicht.
    Ich wünsche einen guten Rutsch und ein wundervolles Jahr 2020
    Gudrun Lochte