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Thomas Cook Pleite - meine Erlebnisse mit Air Berlin kommen hoch

Heute ist es in allen Medien zu lesen: "Thomas Cook meldet Insolvenz, Thomas Cook ist Pleite. Alle Flüge von Thomas Cook sind gestrichen. Nun läuft eine massive Rückholaktion für zehntausende gestrandete Urlauber an."

Es ist fast genau dieselbe Situation wie damals vor zwei Jahren, als die Air Berlin Insolvenz anmeldete. Der kleine für mich bedeutende Unterschied: ich war mittendrin. Erinnerungen an mein Erlebnis kommen hoch! Was ich damals erlebt habe, versuche ich euch hier zu beschreiben:

Vor zwei Jahren gönnte ich mir einen Urlaub auf der Kanaren-Insel Gran Canaria. Schon beim Abflug vom Flughafen Wien war von Turbulenzen bei Air Berlin zu lesen. Doch man wurde vertröstet. "Air Berlin, eine der größten deutschen Fluglinien lässt man nicht in die Insolvenz schlittern" - hieß es. Darauf habe ich, wie tausende andere Menschen auch, das Vertrauen aufgebaut. Air Berlin und Fly Niki gehören doch zusammen, die werden sich doch gegenseitig aushelfen. Dass es bei Fly Niki auch schon brodelte, das wusste wohl nur das Management. 

Kurzum, der Urlaub war wunderschön. Ich beschäftigte mich während meines Aufenthaltes nicht mit diesem Thema. Nachrichten verfolge ich im Urlaub grundsätzlich nicht, schließlich will man sich erholen. Da liest man nicht gerne von Skandalen, Katastrophen, Kriege, von der Politik, ...  

Die Überraschung am Airport Las Palmas

Die acht Tage vergingen wie im Flug. Ich genoss den Urlaub in vollen Zügen, konnte mich entspannen und erholen. Am darauffolgenden Sonntag war dann auch mein Urlaub vorbei. Ich packte meine Koffer und stand, wie von mir gewohnt, 30 Minuten vor der besagten Abhol-Zeit von 15:00 Uhr vor der Hotelhalle. Ich hatte eine Pauschalreise mit Transfer gebucht. Mein Rückflug geht um 17:30 Uhr nach Wien. 

Am Flughafen angekommen, bemerkte ich eine gewisse Hektik in der Luft. Der Flug aus Wien, welcher uns wieder von der Insel mitnehmen sollte, ist noch nicht angekommen. Die Anzeigetafel zeigte eine Verspätung von 60 Minuten an. Nichts Außergewöhnliches, dachte ich mir. Doch ich und alle mit "Air Berlin" Reisende durften sich mit ihrem Gepäck nicht einchecken. Das war dann auch für uns etwas komisch. Die Anzeigetafel wurde aktualisiert, unser Flug hat nun schon 120 Minuten Verspätung. Auch andere Flüge, wie etwa nach Hamburg und Düsseldorf waren verspätet.

Ich ahnte schon Schlimmes. Und so geschah es dann auch. Während ich an die Insolvenz dachte, wurde die Anzeigetafel wieder aktualisiert, bei allen Air Berlin-Flügen stand plötzlich: "Flug gestrichen". Der Beginn einer teils chaotischen Rückholaktion nahm seinen Lauf! Alle Fluggäste von Air Berlin wurden auf den Vorplatz des doch kleinen Flughafens gelotst. Urlauber, die eine Pauschalreise gebucht hatten, wurden aufgefordert, sich mit ihrem Reiseveranstalter in Verbindung zu setzen. Doch da war niemand erreichbar. Schließlich war es auch schon nach 20:00 Uhr. So wurden dutzende Busse organisiert und alle Fluggäste in angrenzende Hotels untergebracht. Da war mir klar: Heute komme ich nicht mehr nach Wien. Diese Nacht verbrachten wir tatsächlich in einem Hotel in der Hauptstadt Las Palmas.

Am nächsten Morgen klopfte es in den frühen Morgenstunden an meiner Hoteltüre. "Bitte fertig machen, Sie werden in einer Stunde abgeholt" - hieß es. Ich muss dazu erwähnen, das Hotel war TOP. Ein Fünf-Sterne-Hotel mit einer ausgezeichneten Küche. Wir wurden auf Kosten des Veranstalters mit einem einzigartigen Menü, inklusive Getränke verwöhnt. 

Hurra, heute geht es nach Hause. Doch die Rückreise war die reinste Katastrophe. Aus meinem für Sonntags gebuchten Direktflug von 4,5 Stunden von Las Palmas (Gran Canaria) nach Wien wurde ein 2-Tagestrip.  

Gran Canaria - Madrid - Palma de Mallorca - Wien

Zuerst wurde ich am Montag Abend auf einen Flug von Las Palmas (Gran Canaria) nach Madrid umgebucht. Der Flug dauerte etwa zwei Stunden. (Den ganzen Tag mussten wir am Flughafen verbringen, schließlich könnten wir noch irgendwie umgebucht werden.)

Dann wurde ich mit einem (fast) leeren Airbus A320 der IBERIA-EXPRESS (siehe Foto) von Madrid zur Balearen-Insel Palma de Mallorca geflogen. Dieser Flug dauerte nochmals an die 1,5 Stunden. Das Flugzeug nach Palma de Mallorca war nur mit drei "Air-Berlin Opfer" gefüllt, ansonsten komplett leer. "Es gäbe keine freien Plätze von Madrid direkt nach Wien, doch am nächsten Morgen wären freie Plätze von Palma de Mallorca nach Wien verfügbar", hieß es. Somit brachte uns die Maschine nach Palma. Man bemühte sich, uns so schnell wie möglich nach Wien zu bringen. So landete ich (und zwei weitere Gestrandete) Montags spät in der Nacht auf Palma de Mallorca. 

Ein Urlaub ohne Erholung

Nach einer weiteren Nacht in einem Hotel ging es weiter: Nachdem ich die Nacht von Montag auf Dienstag auf der Balearen-Insel Palma de Mallorca verbracht hatte, wurde ich schlussendlich am frühen Morgen auf einen Flug von Palma de Mallorca nach Wien gebucht. Dieser Flug dauerte etwa 2,5 Stunden.

Wer kann schon von sich behaupten, er hat in zwei Tagen zwei spanische Inseln und das spanische Festland besucht?! 

Wie ich erfahren habe, hatten es andere Urlauber schlimmer erwischt. Sie wurden über London nach Wien gebucht. 

Ich wurde jedoch von Iberia und Iberia-Express bestens betreut und beraten. Zusatzkosten hatte ich keine, weder für die Zusatz-Flüge, noch für Hotels und Verpflegung. Auch hatte ich noch das Glück, dass ich für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschädigt wurde. So war das ein Urlaub der mir nichts kostete, weder der Aufenthalt auf Gran Canaria noch die spannende Rückreise. Das Gefühl, sich vom Urlaub erholt zu haben, war leider nicht mehr vorhanden.  

Dass es sich bei Thomas Cook um einen Tourismuskonzern und bei Air Berlin um eine Fluglinie handelt, ist mir bewusst. Die Situation für die Betroffenen bleibt fast dieselbe. 

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