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Mein Spaziergang von Oberlaa über Schwechat zum Zentralfriedhof

Vor wenigen Tagen habe ich einen Spaziergang gemacht, der bestimmt zu allen vier Jahreszeiten wunderschön zu meistern ist. Es ging weder bergauf noch bergab, mit seinen gut acht Kilometer Länge ist er in drei Stunden gut zu bewältigen und zum Schluss wird man in der Konditorei Oberlaa am Wiener Zentralfriedhof mit einer guten Melange und süßen Leckereien belohnt. 

Weinort Oberlaa in Favoriten

Doch beginnen wir von Anfang an: Gestartet bin ich in den frühen Morgenstunden bei der Endstation der U-Bahn Linie 1 der Wiener Linien bei der Station Oberlaa Therme Wien. Die auf mich ruhig und idyllisch wirkende Umgebung zeigt ein Wien, welches noch sehr ländlich geblieben ist. Bis auf die neuen Wohnblocks, die zurzeit direkt an der U-Bahn-Station entstehen, erlebt man in Oberlaa ein ganz anderes Wien. Heurigen reihen sich an den Straßen, von manchen Fenstern duftet es schon in der Früh nach frischem Sonntagsbraten und selbst gebackenen Kuchen für den Nachmittag, in jedem uneinsichtigen Hof bellt ein wachsamer Hund. Mächtig - schon fast majestätisch im Ortskern steht die Kirche zum heiligen Ägydius. Dominierend an der Außenseite ist die südliche Fassade mit dem Tor und einem Glockenturm mit Zwiebelhelm. 

Entlang des Liesingbach nach Schwechat

Nach einem kurzen Aufenthalt bei der Kirche ging mein Weg der Oberlaaer Straße entlang bis zur Johann Friedl Gasse, wo ich diese bis zum Liesingbach folgte. Am gemütlich vor sich hin plätschernden Liesingbach spazierte ich beim Brückenwirt vorbei bis zum Wiesmayer Meixger Marterl, ein großer Stein, dem ich kurz meine Aufmerksamkeit schenkte. Nach einer kurzen Pause ging es am Ufer des Liesingbaches weiter bis nach Kledering, wo ich den Liesingbach überquerte und somit Wien verlassen habe. Rechts vom Liesingbach spaziere ich nun an den unendlich weit wirkenden Sonnenblumenfelder entlang in Richtung Schwechat. Man kann nur erahnen, wie schön die Felder in den einzelnen vier Jahreszeiten aussehen müssen: Das leuchtende Gelb der Rapsblüten, das satte Grün der Gemüse und Maisfelder, das strahlende Gelb der Sonnenblumen, und dann das glitzernde Weiß des Eises und der Schneedecke. Einzig und allein die im Sinkflug auf Schwechat sehenden Flugzeuge störten ein klein wenig die Stille und die Idylle dieser faszinierenden Landschaft.

Unser Ziel: die Konditorei Oberlaa im Zentralfriedhof

Vorbei an einem künstlerisch gestaltetem Windrad, erreichte ich den wunderschön angelegten Rathauspark von Schwechat, wo ich eine weitere kurze Pause einlegte. Von Schwechat spazierte ich wieder retour nach Wien und hatte dabei immer die mächtige - in den Himmel ragende Kuppel der Lueger Kirche vom Zentralfriedhof im Blick. Zielstrebig steuerte ich die Kuppel an und gelang so schließlich zum Tor 9 des Wiener Zentralfriedhofes. Vorbei an zahlreichen Gräbern steuerte ich schon fast ein wenig andächtig der Dr.-Karl-Lueger-Gedächtnis-Kirche zu, die mir von anderen Spaziergängen schon bekannt war. Nach etwas mehr als drei Stunden Spaziergang bin ich doch etwas ausgelaugt, müde und kaputt. Ich muss dazu erwähnen: mich begleitete die brütende Hitze von einer der letzten heißen Sommertage. Durstig und mit großer Vorfreude nach Süßem, besuchte ich zur Belohnung die Konditorei Oberlaa, welche sich direkt im Wiener Zentralfriedhof beim Tor 2 befindet. Der nette und freundliche Kellner servierte mir meinen Apfelstrudel mit einer Wiener Melange und das Himbeer-Soda gegen den Durst. Ich muss gestehen, ich musste die Erdbeer-Sahne-Torte auch noch probieren. Retour ging es mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der Wiener Linien. Das war ein Spaziergang, den ich bestimmt an einem knackig kalten Wintertag wiederholen werde.

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