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Unterwegs am Wiener Naschmarkt

 

Die meisten Städte gleicher Größe ähneln einander in vielen Hinsichten. So sind Bars, Cafés und weite Teile der touristischen Infrastruktur (sofern nicht regional beeinflusst) häufig gut miteinander vergleichbar. Ganz ähnlich verhält es sich auch mit den Einkaufsmöglichkeiten. Große internationale Ketten dominieren die Innenstädte und sorgen für einen Einheitsbrei, der nicht in jeder Hinsicht positiv zu bewerten ist. 

 

 

Zwar kennst du dich überall sofort aus, aber schöne Überraschungen brauchst du auch nicht zu erwarten. Wien hat sich ganz fraglos ein eigenes Gesicht bewahrt und kann in vielen Hinsichten begeistern. Dazu zählen auch die Märkte der Stadt, die du so wirklich nur hier findest. Letztens war ich am Wiener Naschmarkt unterwegs, begleite mich mit dieser kleinen Foto-Tour durch den größten und für mich schönsten Markt der Stadt.

 

 

Das Angebot am Wiener Naschmarkt sucht jedenfalls seinesgleichen. Auf einer Gesamtfläche von 2,315 Hektar gibt es hier wirklich alles, was das Feinschmeckerherz begehrt. Von Montag bis Samstag findest du hier ab 6:00 Uhr die breiteste Auswahl an Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Süßigkeiten, die du dir nur vorstellen kannst. Und alles ist tatsächlich so frisch, wie es aussieht, wobei die Preise durchaus variieren: Die schmucken Stände am Eingang sind meistens teurer als das Angebot der Kollegen in der Mitte des Marktes. Übrigens gibt es am Naschmarkt auch frische Fruchtsäfte, Kaffee, Tapas und allerlei Leckereien zum sofortigen Naschen. Auch Touristen haben also gute Gründe, durch diesen Markt zu bummeln.

 

 

Architekturfans pilgern hierher, um die großartigen Häuser am Rande des Marktes, die Otto Wagner Häuser zu bestaunen. Die Wienzeilenhäuser von Otto Wagner sind ein Ensemble dreier Wohnhäuser, die in den Jahren 1898 bis 1899 errichtet wurden. Diese gestalteten Häuser sind ein wichtiges Beispiel für Wiener Jugendstilarchitektur um die Jahrhundertwende. Gerade eben war der Wienfluss reguliert worden und Wagner hatte die Vision, die Wienzeile zwischen dem Karlsplatz und Schönbrunn zu einem Prachtboulevard umzugestalten. Doch am daneben befindenden Naschmarkt kommt man auch hier nicht vorbei, sei es zum Einkaufen oder für einen kleinen Imbiss in einer der zahlreichen Restaurants.

 

 

Bekannt ist der Markt auch für das Angebot an internationalen Waren aus den Ländern des früheren Jugoslawien, Griechenland, der Türkei und zunehmend auch Ostasien, speziell Japan und China. Teils haben sich Gruppen von Geschäften mit ähnlichen Waren herausgebildet. So gibt es am stadtzentrumsseitigen Ende, nahe der Secession, mehrere Fischläden und im ersten Drittel des Marktes einige asiatische Geschäfte. Über 100 fixe Marktstände befinden sich auf dem Naschmarkt, weitere dutzende Plätze für Marktfahrer auf dem sogenannten Landparteienplatz. An den meisten Ständen wird wochentags von 6 bis 19.30 Uhr und samstags bis 18 Uhr verkauft.

 

 

Seit einigen Jahren bietet der Markt auch eine große Auswahl an Gastronomiebetrieben. Speziell in der Zeit von 2001 bis 2004 wurden viele Verkaufsstände in Restaurants umgebaut. Auch Einheimische nützen die reizvolle Gelegenheit, um schmackhafte Produkte, hochwertiger Qualität, für Küche und Haushalt zu finden und auch gleich vor Ort zu genießen. Die Vielfalt kennt keine Grenzen. Der Naschmarkt ist regional, national und international. Genau dieser Mix zwischen den kulinarischen Welten, begleitet von schmackhaften Tropfen und ausgesuchten Produkten machen den Markt so herrlich genussvoll. 

 

 

Gäste wie Wienerinnen und Wiener erleben den Wiener Naschmarkt als einen Ort der Begegnungen, der zum Entdecken einer Vielfalt an kulinarischen Genüssen und Spezialitäten einladen. Nippen, kosten, degustieren, flanieren, Frisches vom Feld, Frisches vom Baum, Gschmackiges vom Hof, vom Bauern, vom Metzger… Feine Tropfen aus aller Welt, genussvolle Käsekulturen, Fangfrisches aus dem See oder dem Meer … Dazwischen dort ein Glaserl, da einen Verkoster, Menschen treffen, im Dialog Freunden begegnen. 

Das ist "Wiener Naschmarkt".

 

 

Du erreichst den Naschmarkt ganz einfach: An der goldenen Kuppel der Secession am nahe gelegenen Karlsplatz (Karlskirche) beginnt der Markt und endet an der U-Bahn Station Kettenbrückengasse. Noch einfacher ist es, wenn du mit der U4 der Wiener Linien bis zur Kettenbrückengasse fährst, dann stadteinwärts durch den Naschmarkt flanierst. 

Auch schon Lust bekommen? Nicht nur Wiener und Touristen lieben den Markt, auch Köche aus der Wiener Spitzengastronomie wirst du hier immer wieder begegnen. Also dann, viel Spaß beim Shoppen, Flanieren, Genießen, Naschen, ...!

 

Fotos: Jürgen B. Federlos.com (aus mehreren Besuchen)

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Kommentare: 3
  • #1

    Gregor (Donnerstag, 09 Januar 2020 15:05)

    Welch schöne Werbung für unseren Markt. Sehr schön geschrieben!
    Toller BLOG!!!

  • #2

    CINDY (Donnerstag, 09 Januar 2020 15:07)

    WUNDERSCHÖN! HIER FLANIERE ICH AUCH IMMER WIEDER GERNE DURCH. NICHT ZU VERGESSEN IST ALL SAMSTAGS DER FLOHMARKT. WUNDERSCHÖNE BILDER UND TOLLER TEXT. SCHON FAST POETISCH.

  • #3

    Katja L. (Freitag, 10 Januar 2020 05:36)

    Wunderschöne Liebeserklärung an meinen Lieblingsmarkt. Habe den Beitrag auf mein FB-Profil geteilt. All meine Freunde sind sich einig: Dein Beitrag trifft zu 100% zu.
    Vielleicht trifft man sich ja mal auf einer der zahlreichen Märkte in Wien.